BiPAP vs. CPAP: Unterschiede, Indikationen, Preis

BiPAP vs. CPAP: Was sind die Unterschiede und wann welches Gerät wählen?

CPAP (kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck) ist die Referenzbehandlung für obstruktive Schlafapnoe. Einige Patienten benötigen jedoch eine ausgefeiltere Therapie: BiPAP (BiLevel Positive Airway Pressure), das mit zwei verschiedenen Druckniveaus arbeitet. Den Unterschied zwischen diesen beiden Geräten zu verstehen, ist entscheidend für die richtige therapeutische Wahl.

Wie funktioniert CPAP?

Ein CPAP liefert einen einzigen konstanten Druck (oder variablen Druck bei Auto-CPAP) sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen. Dieser Druck hält die oberen Atemwege offen und verhindert das Zusammenfallen, das für obstruktive Apnoen verantwortlich ist. Es ist die Erstlinienbehandlung für die große Mehrheit der Schlafapnoe-Patienten.

Wie funktioniert BiPAP?

Ein BiPAP-Gerät liefert zwei verschiedene Drücke:

  • IPAP (Inspiratorischer positiver Atemwegsdruck): höherer Druck beim Einatmen, um die Atemwege offen zu halten
  • EPAP (Exspiratorischer positiver Atemwegsdruck): niedrigerer Druck beim Ausatmen, um das Ausatmen zu erleichtern

Der Unterschied zwischen IPAP und EPAP (als „Druckunterstützung" oder PS bezeichnet) kann an das Ventilationsprofil jedes Patienten angepasst werden. Einige BiPAPs enthalten eine Backup-Atemfrequenz für Patienten mit unzureichender Spontanatmung.

Vergleichstabelle: CPAP vs. BiPAP

Kriterium CPAP BiPAP
Druckniveaus 1 Niveau (EPAP = IPAP) 2 Niveaus: IPAP (Einatmen) + EPAP (Ausatmen)
Ausatemkomfort Kann bei hohem Druck schwierig sein Besser dank reduziertem EPAP
Hauptindikationen Obstruktive Apnoen (OSA) OSA mit hohem Druck, zentrale Apnoen, COPD, Hypoventilation
Zentrale Apnoen Nicht behandelt Ja (bestimmte BiPAP-S/T- oder ASV-Modelle)
Ärztliche Verschreibung Pflicht Pflicht
Komplexität der Einstellungen Einfach Komplexer (IPAP, EPAP, PS, Backup-Rate)
Richtwert Preis €400 - €900 €800 - €2.500+
Erstlinie bei OSA Ja Nein (zweite Wahl)

Wer braucht ein BiPAP?

  • Hoher CPAP-Druck (über 14-15 cmH₂O): Manche Patienten finden es schwierig, gegen so hohen Druck auszuatmen. BiPAP reduziert den Exspirationsdruck und verbessert so den Komfort und die Therapietreue.
  • Zentrale Schlafapnoen (ZSA): Im Gegensatz zu obstruktiven Apnoen resultieren zentrale Apnoen aus einem Versagen der Atemsteuerung des Gehirns. Bestimmte BiPAP-ST- oder adaptive Servoventilations-(ASV-)Geräte sind hier indiziert.
  • COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung): COPD-Patienten haben oft nächtliche Hypoventilation, die von der Inspirationsunterstützung des BiPAP profitiert.
  • Adipositas-Hypoventilation (Pickwick-Syndrom): Bei stark übergewichtigen Patienten kann es zu nächtlicher Hypoventilation kommen, für die BiPAP besser geeignet ist.
  • Neuromuskuläre Erkrankungen: ALS, Muskeldystrophie - BiPAP hilft, die versagende Atmung zu unterstützen.
Wenn Ihr CPAP gut eingestellt ist und Ihre Apnoe obstruktiv ist, benötigen Sie kein BiPAP. BiPAP ist ein Gerät zweiter Wahl oder für spezifische medizinische Indikationen.

BiPAP-Subtypen für zentrale Apnoen

  • BiPAP-S (Spontan): wird durch die Spontanatmung des Patienten ausgelöst
  • BiPAP-ST (Spontan-Zeitgesteuert): enthält eine Backup-Rate, wenn die Atmung stoppt
  • BiPAP-ASV (Adaptive Servoventilation): passt Drücke kontinuierlich an, um komplexe zentrale Apnoen zu behandeln

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